Von Android zum iPhone: Das habe ich dabei gelernt
Anyron Copeman / Foundry
Wenn ich sage, dass ich für meinen Lebensunterhalt Smartphones teste und rezensiere, dann meine ich eigentlich, dass ich für meinen Lebensunterhalt Android-Handys rezensiere. Das sollte keine große Überraschung sein, denn es kommen jedes Jahr dutzende neue Geräte auf den Markt.
Das soll nicht heißen, dass iPhones nicht wichtig sind, ganz im Gegenteil. Aber bei maximal fünf neuen Handys pro Jahr waren meine Chancen, als Junior-Redakteur eins zu testen, eher gering.
Das änderte sich, als ich 2023 Redakteur für Mobilgeräte wurde. Plötzlich wurde es für mich zur Priorität, herauszufinden, was in der geheimnisvollen Welt der Apple-Smartphones vor sich geht. Das habe ich also getan.
Aber nachdem ich meine SIM-Karte in das iPhone 16 Pro eingelegt hatte (das erste iPhone, das ich seit dem iPhone 5 im Jahr 2012 als Haupthandy benutzte), war ich nicht darauf vorbereitet, wie anders es sein würde.
In den zwei Wochen, die ich mit dem Gerät verbracht habe, habe ich viel über Apple und seine Herangehensweise an Smartphone-Hardware und -Software gelernt. Wenn Sie ein Android-Liebhaber sind und den Umstieg in Erwägung ziehen, sollten Sie auch diese 8 Dinge beachten (Hinweis: Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf das iPhone und iOS vor dem Erscheinen des iPhone 17 und iOS 26).
Whatsapp-Probleme
Von allen Apps und Daten, die ich zwischen Android und iOS verschieben wollte, bereitete mir Whatsapp die meisten Kopfschmerzen.
Ich bin es bereits gewohnt, meine Chats auf einem Handy zu sichern und sie dann auf einem anderen neu zu registrieren und wiederherzustellen. Aber während Android Google Drive für Backups verwendet, verlässt sich das iPhone auf iCloud.
Whatsapp auf dem iPhone zum Laufen zu bringen, kann eine Weile dauern.DenPhotos / Shutterstock.com
Bis 2022 gab es keine einfache Möglichkeit, Ihren Chatverlauf zu verschieben. Das hat sich inzwischen geändert, aber es hängt immer noch davon ab, dass Sie die App “Auf iOS übertragen” verwenden und sie transferieren, sobald Sie Ihr neues iPhone einrichten. Wenn Sie das vergessen, müssen Sie das Gerät zurücksetzen und von vorne beginnen.
Glücklicherweise gibt es eine Alternative, die für meinen vorübergehenden Wechsel perfekt war. Ich fügte das iPhone 16 Pro einfach als “verknüpftes Gerät” hinzu (Sie können bis zu vier Geräte hinzufügen), sodass ich mein Android-Handy als Hauptgerät behalten konnte. Für mich war das eine perfekte Lösung, denn es funktioniert auch, wenn das Hauptgerät ausgeschaltet ist. Allerdings müssen Sie sich mindestens einmal alle 14 Tage darauf anmelden.
Mehr als bei jeder anderen App müssen Sie für Whatsapp also einen Plan haben, bevor Sie mit dem Wechsel beginnen.
Was sind das für Tasten?
Das hochwertige Design und die hervorragende Verarbeitungsqualität des iPhone 16 Pro haben mich nicht überrascht. Im Vergleich zum Pixel 9 Pro, das ich kurz zuvor getestet hatte, ist das 16 Pro bemerkenswert ähnlich. Beide Smartphones haben 6,3-Zoll-Displays und wiegen 199 Gramm.
Es dauerte jedoch nicht lange, bis ich einige wichtige Designunterschiede bemerkte. Vor allem die zusätzlichen Tasten an der Seite. Die meisten Android-Geräte haben nur eine Einschalttaste und eine Lautstärkewippe, aber das iPhone 16 Pro fügt zwei weitere hinzu, mit gemischten Ergebnissen.
Nachdem ich mich an die Platzierung gewöhnt hatte, habe ich die Aktionstaste gerne benutzt. Sie war der perfekte Weg, um den Lautlos-Modus ein- und auszuschalten, kann aber auch zum Auslösen aller möglichen Funktionen verwendet werden, einschließlich des Öffnens einer beliebigen App.
Auf die Kamerasteuerungstaste würde ich allerdings lieber verzichten. Sie ist als Abkürzung für die wichtigsten Kamerafunktionen und als physische Auslösetaste gedacht, aber ich fand sie eher fummelig als funktional. Ich bin sicher, dass ich mich mit der Zeit daran gewöhnen würde, aber ich konnte keinen wirklichen Vorteil gegenüber dem Tippen auf das Display erkennen.
Die Taste für die Kamerasteuerung wurde mehr versehentlich als absichtlich verwendet.Anyron Copeman / Foundry
Die Position der Kamerasteuerungstaste verursacht ebenfalls Probleme. Bei Aufnahmen im Querformat ist sie zu weit oben auf dem Smartphone, um leicht zugänglich zu sein, während sie im Hochformat praktisch nutzlos ist. Android-Nutzer, hier verpassen Sie wirklich nichts.
Unglaubliche Videos
Ist das iPhone wirklich das Beste, wenn es um Smartphone-Videos geht? Das iPhone 5 war für die Verhältnisse von 2012 beeindruckend, aber seitdem hat sich viel verändert.
Die gute (oder schlechte, je nachdem, wie Sie es sehen) Nachricht ist, dass das iPhone immer noch die Nase vorn hat. Ich habe inzwischen einige der besten Fotohandys getestet, darunter das Samsung Galaxy S25 und das Google Pixel 9 Pro XL. Aber keines kann es mit dem 16 Pro aufnehmen, wenn es um die Videoqualität geht. Die Aufnahmen des Hauptobjektivs sind atemberaubend und bieten die Art von gestochen scharfen Details, akkuraten Farben und fließenden Übergängen, die man normalerweise mit einer speziellen Kameraausrüstung verbindet.
Neuere Modelle wie das iPhone 17 Pro legen die Latte nochmals höher: Drei 48-Megapixel-Kameras, ein neues Teleobjektiv mit 8-fachem optischen Zoom bis 200 mm und ProRes RAW mit Log-Encoding machen es laut unabhängigen Tests zu einem der stärksten Smartphone-Kamerasysteme auf dem aktuellen Markt.
Das iPhone 16 Pro ist sowohl für Fotos als auch für Videos hervorragend geeignet.Anyron Copeman / Foundry
Die meisten Android-Handys bieten zwar eine gute Videofunktion, aber wenn Sie Ihr Handy nicht nur für den gelegentlichen Gebrauch nutzen möchten, ist das iPhone immer noch die erste Wahl.
Fantastische Gesichtserkennung
In letzter Zeit haben einige Hersteller von Android-Handys endlich begonnen, mit Apples Face ID gleichzuziehen. Insbesondere die Pixel-Modelle von Google und die Honor Magic-Geräte ermöglichen es Ihnen, Ihr Gesicht zur Authentifizierung von Zahlungen und zur Anmeldung bei Banking-Apps zu verwenden.
Apple hat Face ID seit 2017 auf dem iPhone, und das merkt man. Auf dem 16 Pro ist es einfach ein bisschen schneller und zuverlässiger als alle Android-Konkurrenten. Es funktioniert bei praktisch allen Lichtverhältnissen und kann leicht so eingestellt werden, dass es sich entsperrt, während Sie eine Brille oder eine Maske tragen.
Der entscheidende technische Unterschied: Apples Face ID arbeitet mit einem 3D-Tiefensensor, der Tausende unsichtbare Punkte auf das Gesicht projiziert. Die meisten Android-Lösungen nutzen dagegen nur die Frontkamera und lassen sich im schlimmsten Fall mit einem Foto täuschen. Beim iPhone funktioniert das nicht.
Face ID überzeugt auf ganzer Linie.Foundry
Ein Fingerabdrucksensor unter dem Display wäre schön, aber die Tatsache, dass ich ihn überhaupt nicht vermisst habe, spricht Bände. Face ID ist eine weitere Sache, die Apple absolut perfekt hinbekommen hat.
iMessage ist leider besser
Bevor ich auf das 16 Pro umgestiegen bin, habe ich mich zunehmend über Apples wichtigste Messaging-App geärgert. Warum verwenden iPhone-Nutzer nicht einfach Whatsapp? Warum hat Apple so lange gebraucht, um die Android-SMS mit RCS zu verbessern? Und warum gibt es die blaue Blase/grüne Blase überhaupt?
Dann habe ich angefangen, iMessage zu benutzen. iMessage (oder offiziell nur ‘Nachrichten’, wie es auf dem iPhone heißt) ist zweifellos die beste Allround-Messaging-App auf jedem Smartphone.
Sie integriert SMS, MMS und iMessages in einer App und macht es ganz einfach, alles auf einen Blick zu sehen. Sie können es auch so einstellen, dass es alle Textbestätigungscodes automatisch löscht, sobald sie verwendet wurden.
Und selbst wenn Sie keine Internetverbindung haben, können Sie immer noch mit dem gesamten Kontext der gleichen Konversation texten. Wenn Sie wieder online sind, wird alles automatisch gesichert und ist auf allen Ihren Apple-Geräten verfügbar.
Einmal iMessage benutzt, will man nie mehr zurück.Apple
Antworten auf Nachrichten werden besser gehandhabt als bei Whatsapp, denn es wird ein Thread erstellt, anstatt den Chat zu überladen. Sie können auch nahtlos zu einem Facetime-Anruf übergehen, der in der Regel eine bessere Qualität als ein Whatsapp-Anruf bietet.
Apples Bibliothek mit Reaktionen, Stickern und Animationen ist unübertroffen, und Links zu Video- und Audioinhalten werden direkt in der App abgespielt.
In iMessage ist es diese Sammlung von kleinen Aufmerksamkeiten, die das Erlebnis noch ein bisschen besser machen. Ich hätte nie gedacht, dass ich das sagen würde, aber ich mag es vielleicht lieber als Whatsapp.
Albtraum der Benachrichtigungen
Mein größter Kritikpunkt am iPhone ist die Art und Weise, wie es mit Benachrichtigungen umgeht. Ich behaupte nicht, dass Android perfekt ist, wenn es um Benachrichtigungen geht, aber es ist iOS gefühlt Lichtjahre voraus.
Aus irgendeinem Grund scheint Apple der Meinung zu sein, dass Benachrichtigungen permanent im Benachrichtigungscenter angezeigt werden sollten. Wenn Sie Ihr Handy entsperren, verschwinden alle Benachrichtigungen vom Sperrbildschirm und erfordern eine halbe Wischbewegung nach oben, um sie aufzurufen. Das macht die Dinge nur unnötig kompliziert.
Sie können mir nicht erzählen, dass das besser ist als AndroidFoundry
Android macht den Prozess viel einfacher. Alle Ihre Benachrichtigungen werden durchgehend auf dem Sperrbildschirm angezeigt (wenn es zu viele sind, werden deren Symbole unten auf dem Bildschirm angezeigt), von wo aus Sie einfach auf eine tippen können, um sie zu öffnen oder wegzuwischen.
Ich bin auch kein Fan von der Art und Weise, wie iOS Benachrichtigungen aus derselben App in “Stapeln” gruppiert. Sicher, das reduziert das Durcheinander, aber ich muss die Liste sowieso immer erweitern, um den Inhalt der Benachrichtigungen zu sehen. Bei Android liegt eine nützliche Vorschau direkt vor mir.
Ich behaupte nicht, dass Android perfekt ist, wenn es um Benachrichtigungen geht, aber es fühlt sich um Lichtjahre besser an als iOS
Nicht viel Kontrolle im Control Center
Auch die Verwendung des iOS Control Centers war recht gewöhnungsbedürftig. Stellen Sie sich das Control Center wie das Schnelleinstellungsmenü von Android vor, nur … schlimmer.
Das Design ist kein Problem, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Sie von der rechten oberen Ecke des Bildschirms nach unten wischen müssen (was Samsung jetzt kopiert hat). Stattdessen ist mein größtes Problem, dass das Antippen eines der Symbole nicht das tut, was Sie erwarten.
Mindestens einmal am Tag möchte ich zum Beispiel das WLAN ausschalten. In der Regel, wenn ich auf dem Weg nach draußen bin. Aber auf dem iPhone 16 Pro lässt sich das WLAN durch Antippen des Symbols nicht dauerhaft deaktivieren. Stattdessen erscheint die Meldung “WLAN in der Nähe wird bis morgen getrennt”. Das Gerät verbindet sich also am nächsten Tag automatisch wieder. Das Gleiche gilt für Bluetooth.
Traut Apple mir wirklich nicht zu, dass ich daran denke, das WLAN wieder zu aktivieren? Nennen Sie mich altmodisch, aber ich würde das gerne selbst steuern können, indem ich das ‘Control Center’ verwende.
Control Center: Ein klares Nein von mir.Anyron Copeman / Foundry
Schmerzhaft langes Aufladen
Das ist kein Problem, das nur beim iPhone auftritt, aber es war ein ziemlicher Schock, als ich umstieg. Das iPhone 16 Pro ist ein Flaggschiff-Handy, das bei der Markteinführung mindestens 1.199 Euro gekostet hat, aber leider nur mit bis zu 25 Watt geladen werden kann.
Wenn Sie schon einmal die Freuden einer echten Schnellladung erlebt haben, wissen Sie, wie frustrierend das ist. Selbst wenn Sie ein kompatibles Netzteil finden (es ist keines im Lieferumfang enthalten), dauert der Ladevorgang ewig.
Das Aufladen erfolgt jetzt über USB-C, zumindestAnyron Copeman / Foundry
Beim iPhone 17 Pro hat Apple nachgebessert: Dessen maximale Ladegeschwindigkeit liegt bei 40 Watt. Apple verspricht 50 Prozent in 20 Minuten mit einem passenden Netzteil, was deutlich mehr ist als beim Vorgänger (aber immer noch weit von dem entfernt, was Android-Flaggschiffe mit 80 oder 100 Watt bieten).
Mein Urteil über das iPhone
Der Umstieg auf das iPhone 16 Pro brachte mehr Überraschungen mit sich, als ich erwartet hatte … im Guten wie im Schlechten.
Obwohl sie sich ähnlicher sind als je zuvor, unterscheiden sich iOS und Android immer noch in einigen grundlegenden Punkten. Wenn Sie nicht mit beiden vertraut sind, ist der Umstieg in beiden Fällen mit einer erheblichen Lernkurve verbunden.
Als jemand, der beruflich Mobilgeräte testet und hauptsächlich Google-Apps verwendet, ist Android für mich im Moment die bessere Wahl. Aber ich weiß einige der Möglichkeiten zu schätzen, mit denen Apple das iPhone zu einem so überzeugenden Gerät macht, insbesondere wenn Sie bereits andere Produkte des Unternehmens besitzen.
Trotz des Vorwurfs mangelnder Innovation hat das iPhone in den 12 Jahren, die ich weg war, einen verdammt langen Weg zurückgelegt. Die neuesten Modelle sind zweifellos immer noch einige der besten Smartphones, die Sie kaufen können.
(PC-Welt)
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