150 Jahre Schulstandort Birkigt
Im Jahr 2026 feiert der Schulstandort Birkigt ein besonderes Jubiläum: Seit 150 Jahren wird hier gelernt, gelehrt und gelebt. Ausgangspunkt dieser langen Geschichte ist die Einweihung des ersten neu erbauten Schulhauses am 27. September 1876 an der Potschappler Straße. Mit der Grundsteinlegung am 20. März 1876 begann eine Entwicklung, die den Stadtteil Birkigt bis heute prägt.
Die Anfänge: Bildung für ein wachsendes Dorf
Die Schule startete als einfache Ortsschule. Doch schon bald reichten die Kapazitäten nicht mehr aus. 1891 wurde das Schulgebäude durch den Baumeister Reif aus Niederhäslich erweitert und ein zweites Klassenzimmer geschaffen. Ab Ostern 1892 wurde bereits in vier Klassen unterrichtet. 1894 zählte die Schule 163 Schülerinnen und Schüler, unterrichtet von einem Lehrer und einem Hilfslehrer.
Mit steigenden Einwohnerzahlen wuchs auch die Schule weiter. 1898 wurde ein neues Schulhaus mit zwei Klassenzimmern feierlich geweiht. 1909 waren bereits fünf Lehrer und zwei Hilfslehrer angestellt, die 438 Kinder in zehn Klassen unterrichteten.
Herausforderungen in Kriegszeiten
Der Erste Weltkrieg brachte große Schwierigkeiten mit sich. 1917 unterrichteten nur noch vier Lehrer 571 Schülerinnen und Schüler. In manchen Klassen saßen über 80 Kinder. Unterricht fiel häufig aus. Dennoch wurde 1918 ein Erweiterungsbau mit vier großen Klassenzimmern und einer Turnhalle fertiggestellt – trotz finanzieller Not und widriger Umstände.
In den 1920er-Jahren entwickelte sich das Schulleben vielfältig. 1921 verfügte die Schule über eine Kochlehrküche und einen Schulgarten. 1923 wurde Birkigt nach Freital eingemeindet. Die Schulstraße wurde zur Ludwig-Richter-Straße, und die Schule erhielt den Namen „Ludwig-Richter-Schule“. 1925 wurde die Turmuhr – eine Stiftung der Einwohner Birkigts und die einzige öffentliche Uhr im Stadtteil – wieder in Gang gesetzt.
Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ Spuren. Beim Luftangriff am 24. August 1944 wurden beide Schulgebäude erheblich beschädigt. Der Unterricht musste zeitweise in andere Schulen verlegt werden, und im selben Jahr wurden amerikanische Kriegsgefangene im Gebäude untergebracht.
Schule im Wandel der Gesellschaft
Nach dem Krieg begann ein neuer Abschnitt. 1950 wurde das 75-jährige Bestehen des Birkigter Schulwesens mit einem großen Festumzug gefeiert. In den 1950er- und 1960er-Jahren spiegelte sich die Entwicklung des DDR-Schulwesens auch in Birkigt wider: Einführung der Mittelschulpflicht, polytechnischer Unterricht, neue Fächer wie Technisches Zeichnen und der „Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion“. 1965 wurde die Schule zur zehnklassigen polytechnischen Oberschule und 1975 feierte die Schule 100-jähriges Bestehen.
1988 erhielt die Schule ihr erstes Computerkabinett mit fünf Rechnern des Typs KC 85 – ein Schritt in die digitale Zukunft. Mit der politischen Wende 1989/90 veränderte sich das Schulwesen grundlegend. Fächer wie Staatsbürgerkunde und Wehrerziehung entfielen. Neue Lehrpläne und Wahlmöglichkeiten bei Fremdsprachen wurden eingeführt.
Neubeginn als Grundschule
1992 erfolgte die Neustrukturierung der sächsischen Schullandschaft: Die Ludwig-Richter-Schule wurde zur Grundschule für die Klassen eins bis vier. Umfangreiche Modernisierungen – neue Fenster, eine moderne Heizung, neue Möbel und die Sanierung der Turnhalle – machten das Schulgebäude fit für die Zukunft. 1996 wurde im alten Schulhaus letztmalig Unterricht erteilt. 2007 folgte eine umfassende Grundsanierung.
Während 2012 noch 120 Kinder in sechs Klassen lernten, ist die Schule heute deutlich gewachsen. Im Jahr 2025 besuchen 223 Schülerinnen und Schüler in neun Klassen die Grundschule. 14 Lehrerinnen werden unterstützt von einem Inklusionsassistenten, einer Schulassistentin und einer Schulsozialarbeiterin. Zum Team gehören außerdem die Schulleiterin, eine Sekretärin und ein Hausmeister. Die Nachmittagsbetreuung übernimmt der Hort mit zwölf Erzieherinnen und Erziehern.
2019 hat die Stadt Freital mit großem finanziellem Aufwand die Schule mit einem Anbau vergrößert. Dazu gehört seitdem eine große Turnhalle sowie zwei moderne Etagen, die vom Hort genutzt werden. Die vorherige Turnhalle wird seither als Speiseraum genutzt.
Ein Ort mit Geschichte – und Zukunft
Seit 150 Jahren ist die Schule in Birkigt ein Ort des Lernens und der Begegnung. Sie hat Kriege, politische Umbrüche und gesellschaftliche Veränderungen überstanden und sich immer wieder neu ausgerichtet. Generationen von Kindern haben hier ihre ersten Schritte ins Leben gemacht. Mehr zur Geschichte der Schule gibt es im Internet unter
zu finden.
https://cms.sachsen.schule/gsrichter/start
Das Jubiläumsjahr 2026 ist nicht nur ein Blick zurück auf eine bewegte Geschichte, sondern auch ein Ausblick in die Zukunft – auf viele weitere Jahre lebendiger Bildung am Schulstandort Birkigt. Dieses besondere Jubiläum wird mit einer Festwoche für die Kinder vom 26. bis 29. Mai 2026 und einem Schulfest am 30. Mai 2026 von 10:00 bis 13:00 Uhr gefeiert. In der Festwoche sind alle eingeladen, 150 Jahre Schulgeschichte zu würdigen – mit Erinnerungen, Begegnungen und einem Blick in die Zukunft.
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Fakten
- Der Schulstandort Birkigt feiert im Jahr 2026 sein 150-jähriges Jubiläum.
- Die Einweihung des ersten neu erbauten Schulhauses am 27. September 1876 an der Potschappler Straße markierte den Ausgangspunkt dieser langen Geschichte.
- Die Grundsteinlegung am 20. März 1876 begann eine Entwicklung, die den Stadtteil Birkigt bis heute prägt.
- Die Schule startete als einfache Ortsschule und wurde 1891 durch den Baumeister Reif aus Niederhäslich erweitert.
- Im Jahr 1917 unterrichteten nur noch vier Lehrer 571 Schülerinnen und Schüler.
- In den 1920er-Jahren entwickelte sich das Schulleben vielfältig, mit der Einrichtung einer Kochlehrküche und einem Schulgarten.
- Birkigt wurde 1923 nach Freital eingemeindet und die Schulstraße wurde zur Ludwig-Richter-Straße.
- Die Turmuhr – eine Stiftung der Einwohner Birkigts – wurde 1925 wieder in Gang gesetzt.
- Der Zweite Weltkrieg hinterließ Spuren, bei dem beide Schulgebäude erheblich beschädigt wurden.
- Nach dem Krieg begann ein neuer Abschnitt, mit der Einführung des DDR-Schulwesens und neuen Fächern wie Technisches Zeichnen.
- Die Schule wurde 1965 zur zehnklassigen polytechnischen Oberschule und 1975 feierte das 100-jährige Bestehen.
- 1988 erhielt die Schule ihr erstes Computerkabinett mit fünf Rechnern des Typs KC 85.
- Mit der politischen Wende 1989/90 veränderte sich das Schulwesen grundlegend, mit neuen Lehrplänen und Wahlmöglichkeiten bei Fremdsprachen.
- 1992 erfolgte die Neustrukturierung der sächsischen Schullandschaft, mit der Ludwig-Richter-Schule wurde zur Grundschule für die Klassen eins bis vier.
- Die Schule wurde 2019 mit einem Anbau vergrößert und eine große Turnhalle sowie zwei moderne Etagen hinzugefügt.
- Heute besuchen 223 Schülerinnen und Schüler in neun Klassen die Grundschule.
- 14 Lehrerinnen werden unterstützt von einem Inklusionsassistenten, einer Schulassistentin und einer Schulsozialarbeiterin.
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